Norden

Chiang Mai & Chiang Rai — der komplette Reiseführer

Weißer Tempel, Doi Suthep, Elefantenreservate: Was du wissen musst, bevor du buchst.

Von Nira Khamthong · · ca. 13 Min.
Goldener Tempel Chiang Mai Thailand Nordthailand
Foto: Unsplash

Chiang Mai ist das Beste, das Thailand neben seinen Stränden zu bieten hat. Die Stadt versteht man nicht in zwei Tagen. Aber zwei Tage reichen für einen ersten Eindruck, der dich wiederkommen lässt.

Warum Nordthailand anders ist

Der Norden Thailands beginnt ungefähr da, wo der Boden bergiger wird und die Temperaturen sinken. Bangkok hat im Dezember 28–30 Grad. Chiang Mai hat nachts 12–15 Grad. Das klingt nach wenig Unterschied — ist es nicht. Die Vegetation ist grüner, die Luft ist frischer, die Menschen fahren Fahrrad statt Motorrad-Taxi.

Kulturell ist Nordthailand das Kernland des alten Königreichs Lanna, das erst 1932 vollständig in den thailändischen Staat integriert wurde. Die Architektur der Tempel sieht anders aus als in Bangkok — flachere Dächer, mehr Holz, gedämpftere Farben. Das Essen ist anders: Khao Soi, Sai Oua (Würstchen), Nam Phrik Num (grüne Chili-Paste). Die Sprache hat einen anderen Klang.

Chiang Mai — Highlights

Doi Suthep (Wat Phra That Doi Suthep): Der Tempel auf dem Berg über der Stadt ist das Wahrzeichen Chiang Mais. 15 Kilometer von der Stadt, erreichbar per Songthaew (50 Baht) oder Tuk-Tuk. 306 Treppenstufen hinauf (oder Lift für 20 Baht). Am frühen Morgen (7–8 Uhr) sind die wenigsten Menschen da — und der Nebel liegt noch im Tal unter dir.

Altstadttempel: Innerhalb des quadratischen Stadtgrabens liegen über 30 Tempel. Wat Chedi Luang hat eine teils zerstörte, teils restaurierte Chedi (Stupa), der im 15. Jahrhundert höchste Turm in ganz Thailand. Wat Phra Singh bewahrt das Phra Singh-Buddha-Bild — die heiligste Buddha-Statue der Stadt. Beide sind kostenfrei oder für 40 Baht Eintritt.

Nachtmärkte: Der Samstags-Markt (Wualai Road) ist der authentischste. Der Sonntagsmarkt (Walking Street, Tha Phae Gate) ist größer und touristischer, aber mit gutem Handwerk. Beide ab 17 Uhr, bis Mitternacht.

Thai-Kochkurs: Chiang Mai hat dutzende Kochschulen. Empfehlenswert: Schulen, die einen Marktbesuch mit einschließen — dann verstehst du, was du kochst. Preis: 900–1.500 Baht für einen Halbtages-Kurs (3–4 Gerichte).

Elefanten — ethisch, konkret

Elefantenreiten ist in Chiang Mai überall angeboten. Es ist auch überall abzulehnen. Der Sattel auf dem Rücken eines Elefanten ist keine artgerechte Haltung — Elefantenrücken sind nicht für Gewicht ausgelegt. Was stattdessen: Elephant Nature Park (Gründerin Lek Chailert hat den Betrieb zum Standard für ethischen Tourismus gemacht), Hutsadin Foundation, BEES (Burm and Emily's Elephant Sanctuary). Kosten: 60–85 € pro Ganztag. Die Nachfrage finanziert den Schutz.

Chiang Rai — einen Tag oder mehr?

Chiang Rai liegt 3 Stunden nördlich von Chiang Mai (Bus, 130 Baht). Es ist kleiner, ruhiger, mit deutlich weniger Touristen. Die zwei Hauptattraktionen:

Wat Rong Khun (Weißer Tempel): Kein historischer Tempel, sondern ein zeitgenössisches Kunstwerk — seit 1997 im Bau, vom Künstler Chalermchai Kositpipat finanziert und gestaltet. Außen weiß und spiegelbesetzt, innen mit surrealen Fresken (Superhelden, Hollywoodstars als Symbole des Bösen). Eintritt: 100 Baht. Kein Kommentar zur künstlerischen Qualität — jeder sieht es anders.

Wat Rong Suea Ten (Blauer Tempel): Neuerer, weniger bekannter Tempel mit intensivem Blau-Gold-Schema. Weniger Touristenbusse als beim Weißen Tempel.

Goldenes Dreieck: Grenzpunkt zwischen Thailand, Laos und Myanmar. Der Ort hat Opium-Geschichte (Hauptanbaugebiet bis in die 1990er), heute ein Freiluft-Museum und touristisches Zentrum. Historisch interessant, landschaftlich schön, aber kommerziell. Einen halben Tag ist er interessant.

Praktische Tipps Nordthailand

  • Beste Reisezeit: November bis Februar (trocken, kühl, Nebensaison-Ende). März/April: sehr heiß und oft mit Smog durch Brandrodung in der Region.
  • Transport: Innerhalb Chiang Mais: rote Songthaew (geteiltes Taxi), 30–50 Baht. Grab-App funktioniert auch hier.
  • Unterkunft: Altstadt oder direkt außerhalb des Stadtgrabens. Nimman-Viertel ist hipster-modern, teurer, gut für Cafés.
  • Sprache: Englisch wird in Touristengegenden gut gesprochen. Auf Märkten und bei Straßenhändlern hilft Google Translate.
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Von Nira Khamthong · Stand: Februar 2025

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